Endoskopie

Jährlich werden mehrere tausend diagnostische und therapeutische Endoskopien bei Erwachsenen und Kindern durchgeführt. Die Abteilung ist zur Sicherstellung einer optimalen Patientenbehandlung, -überwachung und -nachbeobachtung räumlich und apparativ auf dem modernsten Stand.

Jeder Untersuchung und evtl. Intervention geht ein ausführliches Beratungs- und Aufklärungsgespräch voraus. Die Terminvereinbarung erfolgt hierzu bei der Anmeldung. Je nach Wunsch können Gastroskopie oder Koloskopie ohne Sedierung mit besonders dünnen Instrumenten durchgeführt werden. Anderenfalls erfolgen diese Untersuchungen wie alle anderen aufwendigeren Verfahren nach Gabe einer „Schlafspritze“ (Midazolam oder Propofol) in einer dem Wunsch des Patienten oder der Schwierigkeit des Falles angepassten Schlaftiefe. Dabei erfolgt eine kontinuierliche, dokumentierte Überwachung während der Untersuchung sowie der Nachbeobachtung in einem eigenen, lückenlos personell besetzten Aufwachraum. Die hygienischen Anforderungen an die Abteilung genügen höchsten Ansprüchen.

Selbstverständlich werden regelmäßig mikrobiologische Abstrichuntersuchungen und Hygienekontrollen durchgeführt. Darüber hinaus werden die Vorschriften nach dem Medizinproduktegesetz strikt eingehalten.

 

Vorgehen nach der Untersuchung

Vor allem bei ambulanten Untersuchungen ist zu beachten, dass Sie bei jeder Form von Sedierung ("Schlafspritze") nach der Untersuchung nicht geschäftsfähig sind. Das bedeutet, dass Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit eine erwachsene Begleitperson brauchen, die Sie bei uns abholt und für den Rest des Tages betreut. Sie dürfen auf keinen Fall Auto fahren, Verträge unterschreiben oder ähnliche Dinge tun. Diese Informationen können auf keinen Fall das Aufklärungsgespräch ersetzen und sind lediglich zur Vorbereitung für das geplante Gespräch gedacht.

Folgende Untersuchungen werden im Spital Waldshut durchgeführt:

Diagnostische Endoskopie

Speiseröhre (Ösophagus), Magen und Zwölffingerdarm (Duodenum)

  • Hochauflösende Video-Endoskopie (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie)
  • Magenspiegelung durch die Nase (Transnasale Gastroskopie)
  • Darstellung mittels Färbetechniken (Chromoendoskopie)
  • Darstellung mittels NBI (Narrow Band Imaging)
  • Endoskopische Ultraschalluntersuchung des Magen-Darm-Traktes (Endosonographie) mit verschiedenen Sonden und Frequenzen
  • Endosonographisch gesteuerte Feinnadelpunktion

Dünndarm (Duodenum, Jejunum und Ileum)

  • Videokapselendoskopie in Kooperation mit Dr. Weyhenmeyer (Lauchringen)

Dickdarm und Enddarm (Kolon und Rektum)

  • Hochauflösende Video-Endoskopie des gesamten Dickdarms und des unteren Dünndarms (Ileokoloskopie), auch zur Krebsvorsorge
  • Videokapselendoskopie
  • Spiegelung des Enddarmes und unteren Dickdarmes (Proktoskopie/Rekto-Sigmoidoskopie)
  • Darstellung mittels Färbetechniken (Chromoendoskopie)
  • Darstellung mittels NBI (Narrow Band Imaging)
  • Endoskopische Ultraschalluntersuchung des Darms (rektale Endosonographie)
  • Endosonographisch gesteuerte Feinnadelpunktion

Gallenwege

  • Endoskopische/Röntgenologische Kontrastmitteldarstellung der Gallenwege (ERC = Endoskopische Retrograde Cholangiographie)
  • Perkutan transhepatische Kontrastmitteldarstellung der Gallenwege (PTC = Perkutan transhepatische Cholangiographie)
  • Spiegelung der Gallenwege mit miniaturisierten Endoskopen (Cholangioskopie)
  • Endoskopische Ultraschalluntersuchung der Leber und Gallenwege (Endosonographie)
  • Entnahme von feingeweblichen Proben (auch aus den intrahepatischen Gallengängen), Zellabstrichen (Bürstenzytologie)

Bauchspeicheldrüse (Pankreas)

  • Endoskopische/Röntgenologische Kontrastmitteldarstellung des Pankreasgangsystems (ERP = Endoskopische Retrograde Pankreatikographie)
  • Endoskopische direkte Spiegelung des Pankreasgangsystems (Pankreatikoskopie)
  • Endoskopische Ultraschalluntersuchung des Pankreas (Endosonographie)
  • Entnahme von feingeweblichen Proben

Endoskopische Therapie

Speiseröhre

  • Endoskopische Blutstillung z. B. bei Ulkusblutung, Varizenblutung (sämtliche endoskopische Verfahren können eingesetzt werden: Unterspritzung, Sklerosierung, Fibrinklebung, Ligatur, Clip, APC-Thermokoagulation)
  • Behandlung von Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen) mittels Gummibandligatur oder Injektion
  • Aufdehnung (Bougierung, Ballondilatation) und Stentimplantation bei Engstellen der Speiseröhre z.B. durch Ösophagus-Karzinom
  • Schleimhautabtragung (Endoskopische Mukosa Resektion) und / oder Radiofrequenzablation (BARRX Verfahren) von Barrett-Dysplasien, Tumorvorstufen sowie Frühkarzinomen
  • Achalasie-Behandlung durch Ballondilatation oder Injektion von Botulinumtoxin
  • Behandlung von Divertikeln (sackförmige Ausstülpungen) der Speiseröhre (Mukomyotomie bei Zenkerdivertikel)
  • Fremdkörperentfernung

Magen

  • Endoskopische Blutstillung z. B. bei Ulkusblutung, Varizenblutung (sämtliche endoskopische Verfahren können eingesetzt werden: Unterspritzung, Sklerosierung, Fibrinklebung, Ligatur, Clip, APC-Thermokoagulation)
  • Schleimhautabtragung (Endoskopische Mukosa Resektion) oder -destruktion (Argon Plasma Coagulation) von Tumorvorstufen sowie Frühkarzinomen
  • Abtragung von Polypen (Polypektomie)
  • Aufdehnung (Bougierung, Dilatation) und Stentimplantation bei Engstellen im Magenausgangsbereich
  • Anlage von Ernährungssonden (PEG = Perkutane Endoskopische Gastrostomie)
  • Behandlung von Krampfadern im Magen (Fundusvarizen) mittels Verklebung
  • Argon Plasma Coagulation bei Gefäßanomalien (Angiodysplasien)
  • Fremdkörperentfernung

Dünndarm (Duodenum, Jejunum und Ileum)

  • Endoskopische Blutstillung
  • Abtragung von Polypen (Polypektomie)
  • Schleimhautabtragung (Endoskopische Mukosa Resektion) oder -destruktion (Argon Plasma Coagulation) von Tumorvorstufen sowie Frühkarzinomen
  • Aufdehnung (Bougierung, Dilatation) und Stentimplantation bei Engstellen
  • Argon Plasma Coagulation bei Gefäßanomalien (Angiodysplasien)
  • Anlage von Ernährungssonden (PEJ = Perkutane Endoskopische Jejunostomie)

Dickdarm (Kolon und Rektum)

  • Endoskopische Behandlung von Polypen (Polypektomie, auch von großen, flachen Polypen)
  • Aufdehnung (Bougierung, Dilatation) von Engstellen des Darms z. B. bei Morbus Crohn oder postoperativen Stenosen
  • Behandlung von Tumorstenosen mittels Metallgitterstents
  • Dekompression mit Sonden
  • Endoskopische Blutstillung
  • Argonplasmakoagulation bei Gefäßanomalien (Angiodysplasien)
  • Behandlung von Hämorrhoiden mittels Verödung oder Gummibandligatur

Gallenwege

  • Erweiterung der Papille durch Schnitt oder Ballondilatation (Papillotomie, Sphinkteroplastie)
  • Entfernung von Gallengangssteinen, in komplizierten Fällen auch mechanische Lithotripsie
  • Aufdehnung (Bougierung, Dilatation) und Stenteinlage (Plastik- oder Metallstents) bei entzündlichen (z. B. primär sklerosierender Cholangitis) oder bösartigen Engstellen der Gallenwege (z. B. bei Pankreaskarzinom oder Klatskin-Tumoren)
  • Therapie von Gallengangsstenosen und -leckagen als Folge von Operationen
  • Photodynamische Therapie (PDT) von Gallengangkarzinomen
  • Abtragung von Tumoren an der Papille (Ampulläre Adenome)
  • Behandlung von Blutungen im Gangsystem
  • Einsatz perkutan transhepatischer Verfahren mit Cholangiographie (PTC), Cholangioskopie (PTCS) sowie Drainagen (PTCD) nach Versagen von endoskopischen Methoden

Bauchspeicheldrüse

  • Erweiterung des Pankreasausführungsganges durch Schnitt (Papillotomie) bei Funktionsstörungen des Sphinkters mit wiederholten Bauchspeicheldrüsenentzündungen (Pankreatitiden), bei Pankreas divisum mit begleitenden Pankreatitiden, bei chronischer Pankreatitis in Kombination mit weiteren Verfahren
  • Aufdehnung (Bougierung, Dilatation) und Prothesenversorgung bei Engstellen des Pankreasgangsystems infolge von Entzündungen (insbesondere bei chronischer Pankreatitis)
  • Entfernung von Pankreasgangssteinen, in komplizierten Fällen auch mechanische Lithotripsie
  • Endoskopisch oder endosonographisch gesteuerte Drainagen bei Pseudozysten oder Abszessen infolge von akuten oder chronischen Pankreatitiden über die Wand des Magens (Zystogastrostomie)

Diagnostische Sonographie

  • B-Bild-Sonographie von Leber, Gallenblase/Gallenwegen, Pankreas, Darm, Milz, Nieren, Gefäßen, Lymphknoten und Schilddrüse
  • Farbdopplersonographie der Gefäße (Messung der Durchblutung und Lokalisation von Engstellen in den Blutgefäßen), auch nach Lebertransplantation
  • Farbdopplersonographie und Kontrastmittelsonographie von Lebertumoren
  • Leberbiopsie (Menghini)
  • Sonographisch gezielte Punktionen (ultraschallgesteuerte Gewinnung von Gewebe oder Flüssigkeiten aus Tumoren und krankhaft veränderten Organen)

Therapeutische Sonographie

  • Sonographisch gezielte Drainagen von Ergüssen, Abzessen und Pankreaspseudozysten
  • Sonographisch gezielte Alkoholinjektionstherapie beim Leberzellkarzinom

Weitere gastroenterologische Funktionsdiagnostik

  • 24-Stunden-pH-Metrie (im Aufbau)
  • Manometrie von Ösophagus (im Aufbau)
  • H2-Atemteste (im Aufbau)