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Presseartikel, Alb-Bote, 31.12.2010

Hilfe nach Maß für Verletzte!


Waldshut-Tiengen - Die Chancen als Schwerverletzter, schnell, gezielt und am richtigen Ort behandelt zu werden, sind am Hochrhein gestiegen. Das Waldshuter Spital ist seit kurzem geprüftes Mitglied des Trauma-Netzwerks Schwarzwald-Bodensee. Personal und Ausstattung sind vorbereitet für die Aufnahme, Behandlung und Weiterverlegung von Verletzten nach bundesweiten Standards. Jeder Betroffene soll schnellstmöglich in der richtigen Klinik landen.

Verhindern wollten die Teilnehmer unter anderem, was vor acht Jahren die Bevölkerung im Südwesten empörte: die vergebliche Suche nach einem aufnehmenden Krankenhaus für eienn Schwerkranken aus Lottstetten, der nach sieben Abweisungen schließlich im Rettungshubschrauber gestorben war. Wie bisher obliegt auch künftig dem Notarzt die Zuweisung des Patienten ins richtige Spital. Neu ist: Wenn die Klinik nicht aufnehmen kann, ist es ihre Verantwortung, ein anderes Krankenhaus zu suchen. Bereitschaftshandys sind rund um die Uhr besetzt. Dem Trauma-Netzwerk Schwarzwald-Bodensee sind die Kliniken Villingen-Schwenningen, Singen, Konstanz, Donaueschingen, Tuttlingen, Spaichingen, Oberndorf, Schramberg, Rottweil, Radolfzell, Engen und Stühlingen angeschlossen. Das Netzwerk gehört zu den ersten neun, die in Deutschland unter dem Schirm der "Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie" zertifiziert wurden. Im Westen zählt das Trauma-Netzwerk Oberrhein mit sechs Häusern zwischen Lahr und Bad Säckingen ebenfalls zu den Ersten in Baden-Württemberg.

Eineinhalb Jahre lang wurden im Spital die Voraussetzungen geschaffen, die Ausrüstung ergänzt, Mitarbeiter qualifiziert, Abläufe standardisiert. Initiator Georg Picha, Chefarzt der Unfallchirurgie, ist von den Vorteilen für alle Beteiligten überzeugt. Neben seiner Fachabteilung sind auch andere Disziplinen gefordert, von der Notaufnahme über die Radiologie (für die schnelle Diagnose) bis zu Anästhesie, wenn operiert werden muss.

Ein gewaltiger Apparat: Schon bei der Versorgung eines "normalen" Sprunggelenksbruchs, wie bei Fußballern üblich, sind im Krankenhaus 15 Mitarbeiter gefordert.

Die gezielte Versorgung beginnt freilich schon am Unfallort, Rettungsassistenten und Notärzte stellen wichtige Weichen. Von dort an gelten für alle Beteiligten verbindliche Standards: Die Schilderung der Unfallsituation etwa zieht bestimmte medizinische Abklärungen im Krankenhaus nach sich. Die Leitstelle weiß aufgrund eines Katalogs, welche Klinik welche Leistungen vorhält. Der Verletzte wird ohne Umweg, notfalls per Helikopter, ins richtige Haus gebracht. Dort wiederum greifen die Rädchen schon ineinander, ehe der Patient eintrifft.

Die Abläufe werden genau protokolliert und über EDV ausgewertet. Die Kliniken kontrollieren sich gegenseitig, das Zertifikat gilt nur fünf Jahre. Danach entscheiden externe Prüfer neu, ob das Spital Trauma-Zentrum bleibt.

 

 

Presseartikel, Alb-Bote, 22.12.2010

Krankenhäuser vor Neustart


Waldshut / Bad Säckingen - Als einen "guten Tag" würdigten Landrat Tilman Bollacher und OB Martin Albers den 1. Januar 2011, an dem die Krankenhäuser Waldshut und Bad Säckingen in der "Spitäler Hochrhein GmbH" aufgehen. "Ich sehe für alle Betroffenen Vorteile", schwärmte der Oberbürgermeister bei einer Medienkonferenz am Dienstag. Bollacher registrierte in Bad Säckingen "Aufbruchstimmung".

Für die Patienten ändert sich zunächst wenig, das Angebot beider Häuser bleibt erstmal unverändert. Zum Positiven soll sich allerdings bald die Optik in der Klinik Bad Säckingen ändern: Foyer, Patientenaufnahme, Stationen und Patientenzimmer werden saniert. Geschäftsführer Uwe Lorenz will "noch 2011 Akzente sezten". Dies auch mittels der 8,15 Millionen Euro, die der Landkreis Waldshut binnen fünf Jahren bar in die Spital-Ehe einbrigen muss. In den nächsten Jahren gelte es, in einem schwierigen Umfeld das Leistungsangebot beider Häuser auszubauen, heißt es in einer Medienmitteilung. Spätestens in vier Jahren soll die neue GmbH so viel Gewinne erwirtschaften, dass sie die Modernisierung der Krankenhäuser selber tragen kann.

"Wir sind klassische Versorgungskrankenhäuser für die Menschen in der Region", erklärte Ärzte-Chef Johannes Zeller, der wie sein Bad Säckinger Kollege Gerd Lunke für sein Haus ein gutes Verhältnis zu Bevölkerung und den niedergelassenen Ärzten feststellt.

Mit gemischten Gefühlen sehen gegen 900 Mitarbeiter, deren Verträge im weiterhin tarifgebundenen Betrieb gültig bleiben, der Zukunft entgegen. "Es gab schon gewissen Irritationen", berichtet Betriebsratsvorsitzender Johannes Armbruster (Waldshut-Tiengen). Die Belegschaft freue sich zwar auf den Neugebinn, sei aber skeptisch, berichtet sein Bad Säckinger Kollege Dirk Thümmler. "Wir sind gebrannte Kinder", meinte er mit Blick auf die Fusion vor sechs Jahren und eine Ära unter dem Dach der HBH-Kliniken, "in der uns viel vorenthalten wurde". Es gebe Sanierungsbedarf im ganzen Haus. Thümmler, selbst Chirurg, hofft, dass die Zusammenarbeit mit der Hochrhein-Eggberg-Klinik auch mit dem neuen Träger funktioniert.

Formal erhält der Landkreis Waldshut sein ehemaliges Kreiskrankenhaus vom HBH-Konzern zurück und gibt es in eine "Spital Bad Säckingen GmbH", die wiederum mit der Waldshuter Spital-Gesellschaft fusioniert. Daraus entsteht, rechtlich wohl erst im Sommer, die "Spitäler Hochrhein GmbH". Beide Krankenhäuser bleiben trotz Fusion eigenständige Einrichtungen im Sinne des Krankenhausplans des Landes Baden-Württemberg.

 

 

Presseartikel, Alb-Bote, 04.03.2010

Positive Diagnose für das Spital


Waldshut - "Wir werden das Geschäftsjahr 2009 trotz der getätigten Investitionen und einem extrem schwierigen Umfeld wieder mit einem zufriedenstellenden positiven Ergebnis abschließen können", freut sich der Geschäftsführer des Waldshuter Spitals, Uwe Lorenz. Das Spital erwirtschaftete im Jahr 2009 einen Umsatz von 31 Millionen Euro. Informationen über die genaue Höhe des Gewinns konnte Uwe Lorenz noch nicht geben.

Im zurückliegenden Jahr hat das Spital über zwei Millionen Euro in die Beschaffung von Medizintechnik und in die Instandhaltung des Gebäudes investiert. So konnten 26 Patientenzimmer mit 51 Betten saniert werden. "Bis Mitte 2010 werden 107 der insgesamt 133 Patientenzimmer komplett renoviert sein", so Lorenz. Dabei begann das Jahr 2009 mit einigen Unwägbarkeiten: "Das mit den Krankenkassen zu vereinbarende Budget stand lange nicht fest. Es gab viele gesetzliche Änderungen und wir wussten lange nicht, ob und wie sich die Wirtschaftskrise bei uns im Spital auwirken würde", so Jakob Englisch, Assistent der Geschäftsführung. Die Zahl der stationär behandelten Patienten stieg in 2009 auf 11 000 (Vorjahr
10 900). Die größte Steigerungsrate weise dabei die Geburtshilfe auf. Gegenüber 2008 seien im Spital 25 Prozent mehr Säuglinge auf die Welt gekommen (wir berichteten). Die Patientenzahlen im ambulanten Bereich sind mit etwa 15 000 Behandlungen im Jahr relativ konstant geblieben.

"Wir freuen uns, dass unser Krankenhaus von der Bevölkerung so gut angenommen wird; die wohnortnahe Versorgung ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich", so Uwe Lorenz. In den letzten Jahren sei viel Geld, Zeit und Energie investiert worden, um das Spital fit für die Zukunft zu machen. Alleine in den zurückliegenden fünf Jahren habe das Spital geschätzte zehn Millionen Euro in Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen investiert, so Lorenz.

 

 

Presseartikel, BZ, 02.01.2010

Sechs Herzen immer fest im Blick

Kranke in der Notaufnahme des Waldshuter Spitals werden zentral überwacht / Lange Wartezeiten soll es nicht mehr geben

WALDSHUT-TIENGEN (hjh). Wer schnell hilft, hilft doppelt: Das gilt nirgendwo mehr als in der Medizin. Dass der akut gefährdete Patient schnellstmöglich beim richtigen Arzt landet, ist im Waldshuter Spital Sache der Notaufnahme. Dem zeitgemäßen Ausbau der letzten Jahre folgte im Dezember modernste Technik: Die lebenswichtigen Funktionen der Akutkranken werden zentral erfasst und in der Stationskanzel fernüberwacht - Monitore überwachen sechs Herzen gleichzeitig.

Bis zu sechs Patienten haben Arzt- und Pflegepersonal so ständig im Blick und gewissermaßen am Ohr: Bei kritischen Werten meldet sich das Überwachungssystem auch akustisch. Überwacht werden Unfallopfer, aber auch akut Gefährdete mit Embolien und Herz-Kreislauf-Problemen. Vitalfunktionen wie Herzschlag und Atemfrequenz, Blutdruck und Sauerstoff-Sättigung registriert das System nicht nur, sondern dokumentiert sie auch - der Arzt kann Fehlfunktionen im Nachhinein erkennen, laut Chefarzt Harro Jenss eine wichtige Diagnosehilfe.

Die Notaufnahme, von der Liegend-Zufahrt für Rettungswagen auf kurzem Weg erreichbar, hat sich in den letzten Jahren auch personell neu aufgestellt. Wo der schwerstverletzte Motorradfahrer genauso Hilfe braucht wie der Ohnmächtige am Arbeitsplatz oder die Haufrau mit unerklärlichen Bauchschmerzen, ist die enge Zusammenarbeit von Internisten und Chirurgen unabdingbar, bestätigen die Leitende Oberärztin und Kardiologin Sun Ju Kim genauso wie der Chefarzt der Unfallchirurgie, Georg Picha. In drei Schichten rund um die Uhr kümmern sich Ärzte mit Erfahrung in Notfall- und Intensivmedizin um die Patienten. Die Schnittstelle zwischen den medizinischen Abteilungen leistet auch einen Beitrag zur Kostensenkung, indem sie durch schnelle Abklärung Krankenhausaufenthalte vermeidet oder auf das Notwendige beschränkt. Nicht selten werden Hilfesuchende so stabilisiert, dass sie das Spital nach wenigen Stunden wieder verlassen können - mit fachärztlicher Diagnose. Oder sie liegen nach kurzer Zeit auf der richtigen Station. Schnelle Hilfe auf fachärztlichem Standard ist der Anspruch der Notaufnahmemediziner. "Lange Wartezeiten darf es heute nicht mehr geben", erklärt Chef-Internist Jenss, bei Bedarf werden auch Ärzte von den Stationen beigezogen.