Chefarzt Prof. Dr. med. Hasan KulaksizVorsorge

Chefarzt Prof. Dr. med. Hasan Kulaksiz

Facharzt für Innere Medizin

Schwerpunkte:

Gastroenterologie, Hepatologie, Onkologie, Endokrinologie, Diabetologie, internistische Intensivmedizin

hasan.kulaksiz@spital-waldshut.de

 

Gesundheitsvorsorge - ein Anliegen, das uns alle gleich betrifft und uns allen gleich viel bedeuten sollte. Auch wenn die medizinischen Behandlungsmethoden sich weiterentwickeln und besser werden, kann die "Reparaturmedizin" nicht annähernd so viel für Ihr persönliches Wohlbefinden und Ihre Gesundheit tun, wie Sie selbst. Eine vernünftige, gesundheitsbewusste Lebensweise und die Inanspruchnahme von Vorsorgemaßnahmen bestimmen ganz wesentlich (über 70 %) Ihre persönliche Gesundheit.

Gesundheitsvorsorge durch umfassende Vorsorgediagnostik bedeutet vor allem die ganzheitliche Betrachtung des Menschen. Wir wollen uns im Spital Waldshut ein aussagefähiges Bild von Ihnen und Ihrer Gesundheit machen. Das wollen wir natürlich gründlich und genau tun und nehmen uns deswegen bei unserem „Check-up“ auch Zeit für Sie.

Krebs

Krebskrankheiten stehen nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen an zweiter Stelle der Todesursachen. Am häufigsten sind Darmkrebs, Brustkrebs und Bronchialkrebs. Die Krankheit Krebs oder den Krebs gibt es nicht. Vielmehr fassen wir darunter viele verschiedene Krankheitsbilder zusammen. Wir unterscheiden die Krebsarten nach den Körperzellen, aus denen die Krankheit entsteht. 90 Prozent aller Krebsarten gehen von epithelialen Zellschichten aus. Diese nennen wir maligne Karzinome. Die übrigen zehn Prozent sind Sarkome, die sich aus Knochen-, Knorpel, Muskel- oder Bindegewebe ableiten, oder aber Leukämien bzw. Lymphome. Letztere entstehen infolge gestörter Entwicklung des Immunsystems. Allen Tumoren gemein ist ihre Bösartigkeit.

Wie kann aus einer gesunden Körperzelle Krebs entstehen?

Krebs- bzw. Tumorzellen entstehen, wenn Fehler in der Zellteilung auftreten und eine gesunde Zelle mutiert und damit schlicht und ergreifend ihre Selbstkontrolle verliert. Manche Krebsforscher bezeichnen das als genetischen Unfall. Durch weitere Teilung wächst die Zelle zu einer Geschwulst heran. Die "böse" Zelle kann auch in benachbartes Gewebe eindringen und/oder sich über die Blutbahn oder Lympfbahn in entfernteren Organen ansiedeln. Das nennt man Metastasierung.
Von der Entstehung einer mutierten Zelle bis hin zu ihrer Teilung und Verbreitung können viele Jahre vergehen.

Was aber veranlasst eine gesunde Zelle zur Mutation?

Hier bleiben Ärzte und Wissenschaftler eine Antwort schuldig. Risikofaktor Nummer Eins ist das Rauchen, so viel ist klar. Auch UV-Strahlen zählen zu den Risikofaktoren, z.B. für maligne Melanome. Gleichfalls können bestimmte Viren Krebs auslösen, so gelten z.B. die Hepathitis B und C Viren als Mitverursacher von Leberkrebs. Bei den meisten Krebsarten ist man sich noch uneins.

Darmkrebs

Darmkrebs ist vermeidbar!

Vorsorge und Früherkennung sind in aller Munde. Früherkennung heißt nicht nur, Karzinome in einem frühen Stadium zu erkennen und damit zu heilen, sondern auch, Krebsvorstufen zu entfernen und damit die Krebsentstehung zu verhindern.

In Deutschland stellen bösartige Tumoren des Darmes (Kolon und Rektum) die zweithäufigste Krebstodesursache dar, nach Lungen- und Bronchialkarzinomen. Über 30.000 Menschen versterben jährlich am Darmkrebs. Die jährliche Neuerkrankungsrate liegt bei über 50.000. Da die Mehrzahl der Dickdarmkarzinome aus gutartigen Polypen entsteht, kann diese Erkrankung durch eine Vorsorge-Untersuchung vermieden werden. In der Vorsorge-Koloskopie (Darmspiegelung) können diese Polypen nämlich endoskopisch entfernt werden.

Ab dem 50. Lebensjahr sollte eine Vorsorge-Darmspiegelung durchgeführt werden.

Bei Blut im Stuhl muß eine sofortige Dickdarmspiegelung durchgeführt werden.

Welche Symptome deuten auf Darmkrebs?

Darmkrebs im Anfangsstadium macht sich leider nicht bemerkbar. Höchstens durch Müdigkeit oder Abgeschlagenheit. Im späteren Stadium treten Bauchschmerzen, Blut im Stuhl (kann durchaus versteckt sein) und Stuhlunregelmäßigkeiten wie Durchfall oder Verstopfung auf.

Welche Untersuchungen gehören zur Vorsorge?

Körperliche Untersuchung, Hämocculttest und Koloskopie.

Ist eine Koloskopie mit Schmerzen verbunden?

Durch eine optimale, individuell angepasste Sedierung („Schlafspritze“) empfinden die Patienten kaum Schmerzen.

Wie oft sollte eine Koloskopie wiederholt werden?

Bei negativem Befund ab dem 50. Lebensjahr alle fünf Jahre.

Welche Vorsorge ist ratsam, wenn andere Familienmitglieder betroffen sind?

Hämocculttest und Koloskopie - am besten zehn Jahre vor dem Lebensalter, in dem Darmkrebs bei anderen Familienmitgliedern aufgetreten ist. Bei Polypenkrankheit sind Koloskopien jährlich ab dem zehnten Lebensjahr notwendig.

Lässt sich Darmkrebs heilen?

Im Frühstadium auf jeden Fall, da liegt die Chance auf Heilung bei 100 Prozent. Sind schon Metastasen vorhanden, liegt die durchschnittliche Überlebenszeit bei neun bis zwölf Monaten.

Spielt die Ernährung eine Rolle bei der Entstehung von Darmkrebs?

Eindeutige Untersuchungsergebnisse liegen leider nicht vor. Viel Fleisch und wenig Ballaststoffe werden jedoch als Risikofaktoren eingeschätzt. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente schützen den Darm angeblich vor Krebs.

Speiseröhrenkrebs

Langjähriges Sodbrennen ist ein Risiko für Speiseröhrenkrebs!

Sodbrennen tritt dann auf, wenn der Verschluß zwischen Speiseröhre und Magen nicht richtig funktioniert (Hiatushernie). Es kommt dann zum Reflux von Säure in die Speiseröhre und zur Entzündung. Eine langjährige Entzündung im unteren Bereich der Speiseröhre kann zum Speiseröhrenkrebs führen. Daher sollte bei diesen Symptomen eine Magenspiegelung durchgeführt werden. Wenn in der Magenspiegelung eine Hiatushernie mit Reflux von Säure in die Speiseröhre nachgewiesen wird, empfehlen wir ein säurehemmendes Medikament (Protonenpumpenhemmer), denn der ständig zurückfließende Magensaft kann die Schleimhaut der Speiseröhre so sehr angreifen, dass es zu Zellveränderungen kommt. Bei 10 bis 20% aller Patienten mit Refluxkrankheit wird das für die Speiseröhre charakteristische flache Epithelgewebe (Plattenepithel) teilweise durch Zylinderepithel ersetzt, mit dem auch der Magen auskleidet ist. Es entsteht ein sogenannter Barrett-Ösophagus. Es ist wichtig, einen Barrett-Ösophagus früh zu erkennen, da er als Krebsvorstufe gilt: Das Risiko ein Karzinom zu entwickeln, erhöht sich um das 40fache. Bei Nachweis eines Barrett-Ösophagus ist daher die regelmäßige endoskopische Kontrolle geboten.

Magenkrebs

Kleiner Keim, große Wirkung

Der Befall der Magenschleimhaut mit Helicobacter pylori gilt als die weltweit häufigste bakterielle Infektion. In unseren Breitengraden sind ca. 20-30% der Personen unter 40 Jahren betroffen, ab 50 Jahren ist es sogar jeder zweite.

Übertragbar ist der Keim durch Mund-zu-Mund-Kontakt, sowie über verunreinigte Lebensmittel oder Wasser.

Typischerweise kann diese Infektion mit Magendrücken, Blähungen und Sodbrennen einhergehen und kann Entzündungen der Magen- bzw. Darmschleimhaut und Geschwüre verursachen. Eine chronische Infektion mit H. pylori ist ein Risikofaktor für die Entstehung des Magenkarzinoms und des sogenannten MALT-Lymphoms. Aus diesem Grund hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) H. pylori 1994 in die Gruppe I der definierten Kanzerogene eingeordnet.

Ein neues Nachweisverfahren

Bis vor kurzem war jedoch die Diagnose eines Befalls mit diesem Keim nur mittels aufwändiger und unangenehmer invasiver Methoden (Magenspiegelung) möglich. 

Jetzt gibt es mit dem Helicobacter-Atemtest ein bequemes, nicht invasives Messverfahren, bei dem mit hoher Genauigkeit der Befall mit Helicobacter pylori über die Atemluft nachgewiesen werden kann.

Ausmerzung möglich

Bei einem positiven Testergebnis kann den vorhandenen Beschwerden dann schnell durch eine einfache medikamentöse Behandlung ein Ende gesetzt und der Keim aus dem Körper entfernt werden. Ebenfalls wird mit der Therapie dann natürlich auch das Risiko reduziert, an Geschwüren oder Magenkrebs zu erkranken.

Lungenkrebs

Mindestens 18 Millionen Menschen hierzulande sind Raucher. Kein Wunder, denn Nikotin wirkt anregend auf das Gehirn: Stress und Unruhe werden vermindert. Die Kehrseite: Nikotin macht süchtig. Nikotin ist schädlich. Tabakrauch schädigt das feine Gewebe in den Bronchien, schränkt die Atemfunktionen ein und fördert die Entstehung von Bronchitis. Krebserregende Stoffe im Teer können Lungenkrebs und andere Krebserkrankungen erzeugen. So gehen 90 Prozent aller Lungen- und Bronchialkrebsfälle auf das Konto von Zigaretten, ebenso wie 25 bis 30 Prozent aller Krebsfälle mit Todesfolge.

Von den Teenagern, die mit dem Rauchen beginnen und nicht bald versuchen, wieder damit aufzuhören, wird ein Viertel im Alter von 35 bis 69 Jahren, ein weiteres Viertel im Alter von etwa 70-75 Jahren an den direkten Folgen des Tabakkonsums sterben. Nach Aussagen des Deutsche Krebszentrums Heidelberg spielt die Menge der pro Tag gerauchten Zigaretten dabei über die Jahre hinweg gesehen eine weniger wichtige Rolle. Entscheidend ist eher die Gesamtdauer.

Die beste Verhütung von Krankheiten ist also, den Zigarettenkonsum einzustellen. Wer das nicht schafft, sollte wenigstens regelmäßig im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung sein Lungen- und Bronchialsystem checken lassen.

Leberkrebs

Leberkarzinom ist weltweit einer der häufigsten bösartigen Tumoren. Etwa 6 % aller Krebserkrankungen beim Mann und circa 3 % bei der Frau sind Leberzellkarzinome. Dabei zeigen sich allerdings ausgeprägte geografische Unterschiede. In allen Ländern, in denen die Hepatitis B sehr häufig auftritt, ist auch das Leberkarzinom häufig zu finden. Das trifft insbesondere für Asien und Afrika zu. In Europa ist es hingegen eher selten und entwickelt sich meist auf dem Boden einer Leberzirrhose.

Warnzeichen

Häufig merkt der Patient nichts. Kleine Geschwülste der Leber werden i.d.R. nur im Rahmen von Ultraschall- oder speziellen Röntgenuntersuchungen gefunden.
Wenn Sie folgende Symptome an sich beobachten, sollten Sie sich unbedingt von ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin untersuchen lassen:

  • Druckschmerz im Oberbauch
  • tastbare Schwellung unter dem rechten Rippenbogen
  • Appetitlosigkeit, Übelkeit oder erhöhte Temperatur ungeklärter Ursache
  • Schwäche, Leistungsminderung
  • ungewollte Gewichtsabnahme
  • Gelbsucht

Wenn Sie derartige Symptome an sich beobachten, heißt das noch nicht, dass Sie an einer Tumorerkrankung leiden. Alle diese Beschwerden können auch vergleichsweise harmlose Ursachen haben. Sie können aber auch Hinweis auf eine Krebserkrankung sein. Klären Sie deshalb die Ursache solcher Beschwerden schnellstmöglich ab und schieben Sie den Arztbesuch keinesfalls vor sich her!

Denn: Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung der Krankheit ist eine rechtzeitige Diagnose. In frühen Stadien kann das Leberkarzinom durch eine Operation entfernt oder durch eine Radiofrequenzablation „verkocht“ und die Krankheit geheilt werden. Leider ist bei vielen Betroffenen die Krebserkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose schon so weit fortgeschritten, dass eine Heilung kaum noch möglich ist. Aber auch bei fortgeschrittenem Tumorleiden kann eine rasche Diagnose dazu beitragen, die Überlebenschance zu erhöhen und die verbleibende Lebensspanne erträglich und lebenswert zu gestalten.

Da sich die meisten Leberkarzinome auf dem Boden einer Leberzirrhose entwickeln, sollten Patienten mit dieser Erkrankung alle sechs Monate untersucht werden, um einen möglichen Lebertumor im Frühstadium zu identifizieren und zu behandeln.

Osteoporose

Osteoporose ist eine Stoffwechselerkrankung der Knochen, in deren Verlauf immer mehr Knochenmasse abgebaut wird. Deshalb wird die Krankheit auch als "Knochenschwund" bezeichnet. Durch den Abbau der Knochenmasse wird der Knochen instabil und bricht schließlich. Am häufigsten sind Oberschenkelhals- und Wirbelbrüche: In Deutschland werden jedes Jahr bei 130.000 Menschen Knochenbrüche behandelt, die auf Osteoporose zurückzuführen sind. Jeder dritte Patient mit Osteoporose-Knochenbrüchen ist aufgrund der Beschwerden nicht mehr in der Lage, sich selbst zu versorgen und deshalb auf fremde Hilfe angewiesen.

Osteoporose stellt die häufigste Knochenerkrankung im höheren Lebensalter dar: Sieben Millionen überwiegend ältere Menschen leiden in Deutschland an Osteoporose. Frauen sind häufiger betroffen als Männer: Ein Drittel aller Frauen im Alter über 60 Jahren lebt mit der Diagnose "Knochenschwund".

Weil die Krankheit bei bereits bestehenden Knochenbrüchen nur sehr schwer behandelt werden kann, ist es wichtig, durch Vorsorgeuntersuchungen das Osteoporose-Risiko rechtzeitig zu erkennen. So wird der Zerstörung der Knochenmasse in einem frühen Stadium entgegengewirkt und Knochenbrüche werden verhindert.

Eine erste Knochendichtemessung ist ab einem Alter von 45 Jahren empfehlenswert, bei einer langfristigen Behandlung mit Cortison, einer Schilddrüsenerkrankung, Rheuma oder anderen Risikofaktoren ist die Osteoporose-Messung auch früher ratsam.